UZH Alumni-Reise: Marseille - Portal zum Orient
Kulturhighlights und Alltagsleben zwischen
Soziokultur und Politik
Marseille ist gelebte Interkultur: Seit Jahrhunderten kommen Menschen in der Hafenstadt an, und sie bleiben oft – Mafiosi und Partisanen, Geflüchtete und Gestrandete, Migrantinnen und Rückkehrer aus den Kolonien. Heute ist das Stadtbild ebenso afrikanisch-orientalisch wie provenzalisch geprägt. Marseille, das Portal zum Orient, ist zu Unrecht übel beleumundet. Das Nebeneinander in der Stadt, in der die Zuwanderer zahlreich sind wie kaum anderswo, ist mit ein paar Kratzern, die wir nicht verschweigen, erstaunlich friedvoll (vorgeblich haben 90 Prozent der Bewohner ihre Wurzeln anderswo und 200000 sind Muslime). Das hat seine Gründe, und genau diesen wollen wir bei unseren meist gemächlichen, manchmal auch etwas anstrengenderen Stadtrundgängen auf die Spur kommen, mit einem wachen Blick auf das Alltagsleben zwischen Soziokultur und Politik, aber auch auf spezielle Kulturhighlights aus allen Epochen.
Reiseprogramm
1. Tag (Sa): Per Zug in die «cité phocéenne»
Die Gründung von «Massalia», alias Marseille, war der Legende nach ein Gemeinschaftsprojekt zwischen seefahrenden Griechen aus Phokaia, Foça in der heutigen Türkei, und ansässigen Kelten. Schon die Anfänge der Stadt erweisen diese also nicht nur als Nahtstelle zwischen Land und Meer, sondern auch zwischen den Kulturen von Orient und Okzident. Wir nähern uns der Stadt nicht als See-, sondern als Zugfahrer. 5 Übernachtungen im Hotel beim Alten Hafen von Marseille. Willkommensabendessen.
2. Tag (So): Eintauchen in den Schmelztiegel
Einführung in die Stadtgeschichte und erste Erkundungen vor Ort zur Migrationsgesellschaft und zur Zeitgeschichte. Die Orientierung Marseilles aufs Meer erleben wir beim Durchstreifen der Quartiere Malmousque und Endoume, zwischen den Einrichtungen der Fremdenlegion, den kleinen Fischerhäfen und zerfallenen Villen, die von armenischen Tuchhändlern und italienischen Drogenbossen vergangener Zeit berichten. Nachmittags steigen wir über hundert Treppen und durch alte Villenquartiere hoch zur «Notre Dame de la Garde», der Kathedrale der Seefahrer. Von da lassen wir den Blick schweifen auf die Quartiers Nord oder die Bauten für Harkis am Stadtrand mit Informationen zur Einwanderung aus den einstigen Kolonien, aus Nord- und Westafrika, zu Soziokultur und zu Politik. Der Abend steht zur freien Verfügung.
3. Tag (Mo): Friedlicher «Clash of Civilizations»
Heute durchstreifen wir den Alten Hafen mit seiner reichen Geschichte zwischen Krieg und Romantik. Wir sammeln Eindrücke im Stadtzentrum und im Altstadtquartier Panier, schlendern an den Forts St. Nicolas und St. Jean und der Vieille Charité vorbei und besuchen das Musée des Civilisations de l’Europe et de la Mediterranée, ein Wahrzeichen der Gegenwartsarchitektur. Der Nachmittag gilt der Urbanistik und der neuen Architektur zwischen Gentrifizierung und Interkultur. Im Joliette Quartier erleben wir das Aufeinanderprallen von Welten, alt und neu, reich und arm, Orient und Okzident, quirligen Märkten oder den Hafenanlagen der Joliette mit den Einkaufszentren des Euromediterranée und anderen Ikonen der Gegenwartsarchitektur. Gemeinsames Abendessen.
4. Tag (Di): Hafen für Kunst und Architektur
Wir unternehmen einen Spaziergang entlang der berühmten «Stadtplages» und besuchen den Park und das Museum Borély (Musée des Arts décoratifs). Nachmittags besichtigen wir die weltberühmte Unité d’habitation – Cité radieuse von Le Corbusier. Der Abend steht zur freien Verfügung.
5. Tag (Mi): Charme der «Widerspenstigen»
Wir lassen heute die berühmte Canabière, die Ader und Haupteinkaufsstrasse Marseilles, aus ihrer Geschichte erzählen und erkunden die maghrebinischen Viertel Belsunce und Noaillles mit dem eindrücklichen orientalischen Markt. Nachmittags besuchen wir die Szenenquartiere Cours Julien und La Plaine, und wir erleben Marseille, «die Widerspenstige», so ihr Übername, mit ihrer Strassenkunst und dem verblüffenden Alltagsdesign. Abends lassen wir die Erlebnisse der letzten Tage bei einem gemütlichen Abschiedsessen Revue passieren.
6. Tag (Do): «Partir, c’est mourir un peu… »
… aber zum Glück gilt auch: «C’est en revenant qu’on le voit». Rückfahrt mit dem Zug Richtung Schweiz.
Konzept und Leitung
Prof. em. Conradin Wolf
Philosophie, Kunstgeschichte, Rechtswissenschaft
Er lehrte Gesellschaftstheorie, Interkulturalität, Ethik, politische Theorie und Völkerrecht an der Ecole Supérieure d’Art et de Design Marseille-Méditerranée und der Universität Zürich, der F+F Schule für Kunst und Mediendesign Zürich, der Hochschule Luzern Design+Kunst und der ZHdK.
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11.04.2026 bis 16.04.2026
Dauer
6 Tage
Preis
ab/bis Zürich
CHF 2750.–
Zuschlag Einzelzimmer
CHF 390.–
Jahresreiseversicherung (sofern keine eigene vorhanden)
CHF 150.–
Mindest-Teilnehmerzahl
12, maximal 20 Teilnehmende
Leistungen
- Zugfahrt Zürich – Marseille retour in 1. Klasse, Basis Halbtax
- Öffentliche Verkehrsmittel in Marseille
- Gutes Mittelklassehotel
- 5 Hauptmahlzeiten
- Besichtigungen und Eintritte gemäss Programm
- Alumni-Reiseleitung
- Klimaneutral durch CO2-Kompensation
- Nicht inbegriffen: Getränke, Versicherungen, Trinkgelder, persönliche Auslagen, Mehrkosten durch unvorhersehbare Umstände, die ausserhalb der Kontrolle von rhz liegen.
Begleitung
Die Reise steht Mitarbeitenden und Alumni der UZH offen – gerne auch mit einer Begleitung.
In Zusammenarbeit mit