Kultur, Konfession und Kunst am Rhein

Jüdisches Erbe, christliche Erinnerung und Bildende Kunst

Rhein und Main bilden ein deutsches Zweistromland der Sonderklasse. Hier begegneten sich Kaufleute und Kaiser, Kurfürsten, Bischöfe, Reformatoren und Rabbiner. Geschichte und Legenden sind bis heute lebendig: In Worms hielten einst die Burgunden des Nibelungenliedes Hof, Speyer beeindruckt mit seinem Kaiserdom und Mainz gilt als älteste jüdische Gemeinde Aschkenas. Gemeinsam zählen sie als SchUM-Städte zum UNESCO-Weltkulturerbe und vereinen herausragende Zeugnisse jüdischer Kultur und Meisterwerke der Romanik.

REISEPROGRAMM

1. Tag (So): Anreise nach Mainz
Busfahrt nach Mainz. Auf einem gemeinsamen Rundgang durch die historische Altstadt öffnen wir unsere Sinne für die Reize dieser geschichtsträchtigen Stadt. Beim gemeinsamen Abendessen stimmen wir uns auf die kommenden Tage ein, die ganz im Zeichen der germanisch-deutschen, christlich-deutschen und jüdisch-deutschen Geschichte stehen. 4 Übernachtungen in Mainz.

2. Tag (Mo): Chagall in Aschkenas
In der katholischen Kirche St. Stephan wurde Moyshe Segal, besser bekannt als Marc Chagall, im hohen Alter eingeladen, die Chorfenster des kriegsgeschädigten Sakralbaus zu gestalten. Der Auftrag kam einer Rückkehr ins Land seiner Ahnen gleich. Mit der Neuen Synagoge hält uns Mainz auch ein Paradigma moderner Architektur bereit und setzt ein beeindruckendes Zeichen jüdischer Gegenwart in Deutschland.

3. Tag (Di): Frankfurt ist kostbar
Frankfurt gehört mit Berlin, Düsseldorf und München zu den grössten jüdischen Gemeinden Deutschlands. Das Haus der Familie Rothschild, einst ein Treffpunkt hochrangiger und dem Gemeinwohl dienender Menschen, beherbergt heute das Jüdische Museum. Im Städel Museum reihen sich Gemälde und Skulpturen aus sieben Jahrhunderten europäischer Kunst aneinander, und die Gemälde von Max Beckmann erzählen von seinen deutsch-jüdischen Freundschaften bis ins Exil in Amsterdam.

4. Tag (Mi): Wiesbaden – moderne Malerei
Alexej von Jawlensky fand in Wiesbaden im Kreis der russisch-orthodoxen Gemeinde seine letzte Heimat. Im Museum Wiesbaden begegnen wir seinem eindrucksvollen Werk, bevor wir im Museum Reinhard Ernst die faszinierende Welt des Abstrakten Expressionismus entdecken. Besonders die grossformatigen Gemälde der US-amerikanischen Künstlerin Helen Frankenthaler entfalten eine aussergewöhnliche Leuchtkraft und Farbwirkung.

5. Tag (Do): Über Worms und Wein
Auf dem Weg nach Speyer halten wir in Worms. Hier stand die Burg der Burgunden, eines germanischen Stammes der Völkerwanderungszeit, der durch die Sage der Nibelungen bis heute nachwirkt. Worms galt einst als Klein-Jerusalem und beherbergt den ältesten jüdischen Friedhof Europas – im Schatten des vielbesungenen Doms, wo sich erstmals die weiblichen Verkörperungen von Ecclesia und Synagoga gegenüberstehen. Die Weiterfahrt führt über die Pfälzer Weinstrasse. 3 Übernachtungen in Speyer.

6. Tag (Fr): Sabbatruhe und Romanik
Speyer gehört zu den ältesten Siedlungen Deutschlands und wirkte als Freie Reichsstadt am Geschick des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation mit. Das Flanieren auf der Via Triumphalis eröffnet eindrucksvolle Blicke auf den romanischen Kaiserdom. Mitten in der Altstadt befindet sich der Judenhof, ein archäologisch erschlossenes Viertel mit den Überresten von Synagoge, Frauenschul und der beeindruckenden Mikwe aus dem frühen 12. Jahrhundert.

7. Tag (Sa): Schloss und Garten Schwetzingen
Der Schwetzinger Schlossgarten zählt zu den bedeutendsten Gartenanlagen Europas. Unter der Ägide von Kurfürst Carl Theodor haben sich der Baumeister Nicolas de Pigage und der Landschaftsarchitekt Friedrich Ludwig von Sckell zu meisterlichen Entwürfen hinreissen lassen und eine «Hochzeit» aus französischem Esprit und englischem Liberalismus eingeleitet. Das beziehungsreiche Trio aus Architektur, Naturgestaltung und Skulpturensemble macht eine der am besten erhaltenen Residenzen des 18. Jahrhunderts zum Erlebnis par excellence.

8. Tag (So): Heimreise
Nach einem gemütlichen Frühstück treten wir die Heimreise an. Im Bus bleibt Zeit, die vielfältigen Eindrücke und neuen Einsichten noch einmal Revue passieren zu lassen.

Konzept und Leitung

Andreas Jahn

Kunstgeschichte, Germanistik

Seit dem Studium pflegt er den Austausch zwischen Sprache und bildender Kunst. Seine Vermittlertätigkeit, auch als Reiseleiter, über Malerei, Literatur und Architektur folgt dem Motto Goethes: «Das Vielfache, was er an sich ausgebildet hat, zu anderer Nutzen täglich und stündlich zu gebrauchen...»

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Reisedatum

18.07.2027 bis 24.07.2027

Dauer

7 Tage

Preis

ab / bis Zürich

CHF 3150.–

Einzelzimmerzuschlag

CHF 370.–

Mindest-Teilnehmerzahl

12, maximal 20

Leistungen

  • Bequemer Reisebus ab/bis Zürich via Basel
  • Alle Eintritte und Besichtigungen
  • Gute Mittelklassehotels
  • Frühstück und 5 Hauptmahlzeiten
  • Klimaneutral durch CO2-Kompensation

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