Der Tanz auf dem Vulkan

Italiens Vulkane: Mythos und Kulturraum

Feuerspeiender Sitz der Götter oder Tor zur Hölle: Vulkane üben mit ihrer Urkraft seit Menschengedenken eine ungeheure Faszination aus. Als schlafende Riesen, Hexenküche oder Naturschauspiel, mit ihren fruchtbaren Böden ernähren Vulkane ihre Bewohner, während die Eruptionen zugleich ihre Existenz bedrohen. Kein Wunder, beflügelten Vulkane in Religion, Kunst und Kultur die Fantasie der Menschen. Wir folgen dem Feuerring Süditaliens und erleben seine geologische und kulturelle Vielseitigkeit.

REISEPROGRAMM

Tag (Mi): Phoenix aus der Lavaasche
Flug nach Catania. Der Aetna als Ernährer und Zerstörer: Diese Doppelrolle ihres Hausberges wurde den Bewohnern Catanias 1669 schmerzlich bewusst, als die Stadt unter Strömen von Lava begraben wurde. Doch die Catanesi bauten ihre Stadt in neuem Glanz wieder auf, wie wir uns nach unserer Ankunft überzeugen können.
3 Nächte in Zafferane Etnea am Fusse des Aetna.

Tag (Do): Alte und neue Erzählungen
Die vulkanischen Schlote vor Acitrezza werden als die Felsbrocken des Polyphem gedeutet, die er dem Odysseus nachgeschleudert haben soll. Aber Acitrezza hat sich nicht nur auf der Landkarte der antiken Literatur, sondern als Schauplatz für Viscontis «Die Erde bebt» auch auf der des modernen Kinos seinen Platz gesichert.

Tag (Fr): Zur Schmiede des Hephaistos
Der Vormittag steht für uns ganz im Zeichen der Vulkanologie in Form einer fachkundigen Führung an der Nordflanke des Aetna. Am Nachmittag können wir uns von der Fruchtbarkeit der Lavaerde bei Speis und Trank überzeugen. Es bleibt auch Gelegenheit für individuelle Spaziergänge.

Tag (Sa): Lipari – Reich des Herrn der Winde
Per Fähre reisen wir auf die liparischen Inseln, wo einst der sagenumwobene Gott der Winde, Aeolus, mit seinen sieben Töchtern wohnte. Von Ihm erhielt Odysseus ein schickalsträchtiges Geschenk, welches ihm und seiner Mannschaft jedoch kurz vor der Heimat zum Verhängnis wurde. Viele besuchen Vulcano wegen seiner Schwefelschlammbäder – andere fliehen vor dem Geruch. Spannend ist der rauchende Gruss des Feuergottes in jedem Fall. 2 Übernachtungen auf Lipari.

Tag (So): Feurige Schönheit
Nach einem Vormittag zur freien Verfügung fahren wir nach Panarea und dort zur lauschigen Bucht Cala Junco und zum Dörfchen Capo Milazzese, dessen Vergangenheit in die Frühgeschichte zurückreicht. Das Abendessen geniessen wir auf Stromboli und den Sonnenuntergang auf «Klein­Stromboli», Strombolicchio. An der Sciara del fuoco sehen wir Lavabrocken zischend ins Meer stürzen. Abends Rückkehr nach Lipari.

Tag (Mo): … und zum Abschied Feuerwerk!
Mehr über die lange Geschichte der Liparischen Inseln erfahren wir im Archäologischen Museum. Am Nachmittag heisst es dann «Leinen los!» für unsere Überfahrt nach Neapel, im Rücken den feuerspeienden Stromboli. 1 Nacht auf der Fähre.

Tag (Di): Napoli è
Nach einem Espresso an der Bar starten wir mit einem ersten Rundgang durch die Stadt. Die quicklebendige Metropole erzählt lautstark Geschichten aus allen Epochen: von der griechischen Gründung, vom Überleben im Krieg und der einzigartigen Fähigkeit der Kinder des Vesuvs schwierigen Zeiten mit einer explosiven Mischung aus Kreativität und Fatalismus zu begegnen. 3 Nächte in Neapel.

Tag (Mi): Als die Zeit stillstand
79 n.Chr. hielt ein Ausbruch des Vesuvs den letzten Moment im Leben der Menschen zu seinen Füssen wie in einer Zeitkapsel fest. An Originalschauplätzen wie Herculaneum und in der Villa Oplontis sowie im Archäologischen Museum gewinnen wir Nachgeborenen so geradezu intime Einblicke in den römischen Alltag von damals.

Tag (Do): Die Phlegräischen Felder und Vesuv
Unser Ausflug führt uns an den Rand der vulkanischen Unterwelt beim Kratersee Lago d’Averno. In üppiger Natur gekleidet grüsst hier geheimnisvoll der Supervulkan aus dem Untergrund. Aber auch die fröhlichen Besucher des Vesuvs machen nicht völlig vergessen, dass der Vulkan nur scheinbar friedlich schlummert.

Tag (Fr): Rückblick und Rückkehr
Letzter Blick auf Neapel, seine Bucht und seinen Berg und dann heim zu «unseren» Bergen.

Konzept und Leitung

Marina Zucca

Romanistik, Kunstgeschichte

Für sie als Romanistin, Kunsthistorikerin und Museumspädagogin muss Kultur erlebbar sein: So etwa, wenn Literatur die Geschichte zum Sprechen bringt, Architektur das Denken einer Epoche enthüllt, die Kunst unsere Seele in Schwingung versetzt und Rezepte den Erfindungsreichtum der Einheimischen spiegeln.

MEHR LESEN

Reisedatum

15.09.2027 bis 24.09.2027

Dauer

10 Tage

Preis

ab/bis Zürich

CHF 4050.–

Einzelzimmerzuschlag

CHF 590.–

Mindest-Teilnehmerzahl

12, maximal 22

Leistungen

  • Flug Zürich – Catania / Neapel – Zürich
  • Bequemer Reisebus
  • Fährenpassagen gemäss Programm (Lipari – Neapel in Kabine mit Du/WC)
  • Bootsausflug nach Panarea und Stromboli
  • Alle Eintritte und Besichtigungen
  • Ausgesuchte Mittelklassehotels
  • Halbpension
  • Klimaneutral durch CO2-Kompensation

Telefon

E-mail