Antike Stätten im Oriens Romanus
Jordanien zwischen Orient und Okzident
Das 1946 gegründete haschemitische Königreich Jordanien vereinigt auf relativ kleiner Fläche den Zauber der grünen Hügel, Flüsse und Seen des «Heiligen Landes», trockene Wadis, die lockende Weite flacher Steppe, einsamer Felsendome und Sandwüste mit einem beispiellosen Reichtum historischer Relikte. Die meisten von diesen gehören der Blüte- und Spätzeit des Oriens Romanus an, auf dessen Boden sich Spuren einer faszinierenden Vermischung jüdisch-hellenistisch-römischer, byzantinisch-christlicher und vor- und frühislamisch-syro-arabischer Kulturen studieren lassen. Hier trafen Orient und Okzident mal in friedlicher Symbiose, mal in unerbittlichen Kämpfen aufeinander.
REISEPROGRAMM
1. Tag (Di): Willkommen in Jordanien!
Wir fliegen nach Amman, wo wir abends landen. 5 Übernachtungen in Amman.
2. Tag (Mi): Die Kontraste Ammans
Der Name der jordanischen Hauptstadt «Amman» knüpft an die Bezeichnung der biblischen Ammoniterstadt Rabbat Ammon an. Sie hiess später Philadelpheia nach dem Beinamen des hellenistischen Herrschers über Ägypten, Ptolemaios Philadelphos, und behielt diesen Namen im Römischen Reich bei. Das moderne Zentrum überrascht mit monumentalen Bauten aus der römischen Kaiserzeit: südlich der mit einem Tempel bekrönten Zitadelle stehen aufrecht ein massiver Theaterbau, ein Odeion (Konzerthalle) sowie die Fassade eines Brunnenhauses. Aber auch das moderne Amman, das sich seit 1946 von einer Kleinstadt zu einer Millionenmetropole entwickelt hat, in der heute die Hälfte der jordanischen Bevölkerung lebt, zeigt seine internationale Bedeutung.
3. Tag (Do): Gadara, Abila und Pella
Die drei Städte im Norden Jordaniens erinnern an einen Zehnerbund (Dekapolis) autonomer Gemeinden der römischen Provinz Syria. Die Ruinen liegen in einer landschaftlichen Idylle. Wir wandeln auf der Kolonnadenstrasse und geniessen einen atemberaubenden Blick auf den See Genezareth.
4. Tag (Fr): Kontraste des römischen Orients
Der Tag gehört zwei ausgedehnten Stadtanlagen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In Ummel-Jamal durchschreiten wir die Trümmer von Häuserkomplexen aus dem dunklen Basaltstein, die zu einfacher Wohn-, Kirchen und Militärarchitektur einer spätantiken und byzantinischen Grenzstadt gehören. Gerasa, Stadt der Dekapolis, dagegen präsentiert sich mit monumentalen Prunktoren, Tempeln, Theatern und Säulenstrasse als eines der am besten und vollständigsten erhaltenen Stadtzentren des römischen Orients.
5. Tag (Sa): Schlösser in der Wüste
Die Exkursion in das aride Steppengebiet östlich von Amman gilt einer Reihe von als arabische «Wüstenschlösser» bekannten, einzeln stehenden Bauwerken, deren Anlage zum Teil auf römische Grenzkastelle des limes Arabicus zurückgeht. Aber nicht alles hier ist Militärarchitektur: Einzigartig ist etwa der Landsitz eines umayyadischen Aristokraten aus der ersten Hälfte des 8. Jh.s: Quseir Amra. Brunnenhaus, Audienzhalle und Badetrakt sind erhalten und restauriert. Ein stark zerstörtes Fresko im Innern zeigt Caesar, Roderich, den letzten Westgotenkönig vor der arabischen Eroberung Andalusiens, den sasanidischen Grosskönig und den äthiopischen Negus und bildet so den politisch-geographischen Gesichtskreis eines Bewohners des frühen Kalifenreiches ab. Bade- und Jagdszenen wiederum verweisen auf griechische Mythologie mit starker Präsenz des Gottes des Weines, Dionysos, sowie auf antike Bade- und Symposiumskultur.
6. Tag (So): Auf Moses´ Spuren
Heute wandeln wir auf den Spuren von Moses und blicken auf das «Gelobte Land», ohne es – wie er – zu betreten. Ziele unserer Fahrt durch das mittlere Jordanien sind eine Festung des jüdisch-hellenistischen Königs Herodes und spektakuläre Relikte spätantiker Kirchen und Klöster, darunter solche, die mit herrlichem Mosaikschmuck aufwarten können. In Madaba etwa ist die Darstellung einer Karte des Heiligen Landes zu bwundern, einzigartig in der antiken Bildkunst! Ein Turm in Umm ar-Rasas führt uns das seltsame Phänomen der asketischen Säulensteherbewegung im frühchristlichen Orient vor Augen. 1 Übernachtung in einfachem Hotel in Kerak.
7. Tag (Mo): Kreuzritterburgen und Legionslager
Am Ort des biblischen Moab steht die mächtige Kreuzritterburg Kerak, mit zahlreichen Besitzerwechseln, Um- und Ausbauten von Franken über Ayyubiden zu Mamluken Zeuge einer konfliktreichen Geschichte. Die von Balduin I., dem König des von den Franken eroberten Jerusalem, 1115 erichtete Burg Shobeq steht hinter Kerak in dieser Hinsicht nicht zurück. Östlich von Kerak in der Steppe besichtigen wir mit Lejjun ein spätrömisches Legionslager. Unweit südlich von Shobek erreichen wir das Wadi Musa und nehmen Quartier nahe Petra, dem Höhepunkt unserer Reise. 3 Übernachtungen in Petra.
8. – 9. Tag (Di – Mi): Nabatäerstadt Petra
Den Besuch der Nabatäermetropole Petra werden wir wohl unser Leben lang nicht vergessen: Monumentalität, Grazie und das bezaubernde Farbenspiel von Gelb über Rosarot bis Purpur der gigantischen, reich gegliederten Felsfassaden mit eigenartigen, barocken Zierelementen haben unter den historischen Sehenswürdigkeiten auf dem Globus ihresgleichen nicht. Der Forschung gibt diese hellenistisch geprägte Hauptstadt des Königreiches der Nabatäer noch zahlreiche Rätsel auf. Entdeckt hat die in einem geräumigen Talkessel gelegene Stätte 1812 der Basler Orientforscher Ludwig Burckhardt. Zwei volle Tage reichen gerade einmal für die Highlights in dem ausgedehnten Areal, zu dem eine enge, schattige Felsschlucht Zugang gewährt und das auf sandigen Rundwegen zu erwandern ist. Unsere Ausdauer wird reich belohnt: Jeder Abschnitt überraschtmit neuen, bestechenden Eindrücken von den Variationen der architektonischen Stilelemente, die die Schaufassaden von Privathäusern, Tempeln und Grabmälern in sich vereinen.
10. Tag (Do): Wüstenlandschaften im Wadi Rum
Die eigentliche arabische Sandwüste beginnt südlich von Petra. Ein wahres Wüstenerlebnis und ein weiterer Höhepunkt steht uns im Wadi Rum bevor. Im Abendlicht glühen die roten Felsen, zwischen denen im Ersten Weltkrieg der legendäre britische Agent Lawrence of Arabia mit seinen Beduinen gegen Aqaba voranmarschiert war. 1 Übernachtung im Wüstencamp.
11. Tag (Fr): Ans Rote Meer
Am Morgen geniessen wir nochmals die Wüsten-landschaften des Wadi Rum. Eine kurvenreiche Strasse führt uns anschliessend hinab ans Rote Meer und in die Hafenstadt Aqaba. Im Zentrum der Stadt besichtigen wir die 1998 ausgegrabene Basilika, die als die zweitälteste bisher bekannte christliche Kirche gilt. 1 Nacht in Aqaba.
12. Tag (Sa): Zum Toten Meer
Wir folgen der Grenze zu Israel in nördlicher Richtung. Mitten im Heiligen Land breitet sich unter dem Meeresspiegel die Wasserfläche des stark salzhaltigen Binnenmeeres aus, dem unser letzter Ausflug gilt. Für Entspannung nach heissen Tagen ist gesorgt: Dass man im Wasser auf dem Rücken liegend Zeitung lesen kann, werden wir ausprobieren können. 1 Übernachtung am Ufer des Toten Meeres.
13. Tag (So): Abschied vom Oriens Romanus
Wir fahren von der Senke des Toten Meeres zu-rück in die Berge, wo wir von Jordanien Abschied nehmen und von Amman zurück in die Schweiz fliegen.
Konzept und Leitung
Prof. Dr. Christian Marek
Klassische Philologie, Philosophie und Geschichte
Der emeritierte Professor für Alte Geschichte an der Uni Zürich erforscht seit über 30 Jahren archäologische Stätten im Mittelmeerraum. Seine Befunde, die er auch in Standardwerken über antike Geschichte einem interessierten Publikum zugänglich macht, geben tiefe Einblicke in das Alltagsleben der Antike.
MEHR LESENReisedatum
06.10.2026 bis 18.10.2026
Dauer
13 Tage
Preis
ab/bis Zürich
CHF 5480.–
Einzelzimmerzuschlag
CHF 950.–
Mindest-Teilnehmerzahl
12, maximal 22
Leistungen
- Flüge Zürich – Amman – Zürich
- Bequemer Reisebus
- alle Eintritte und Führungen
- Ausgesuchte 4*-Hotels, 1 Nacht in einfachem, aber bestmöglichem Hotel in Kerak, 1 Nacht in komfortablem Wüstencamp
- Halbpension
- Visum
- Klimaneutral durch CO2-Kompensationi
In Zusammenarbeit mit