Alumni UZH-Reise: Der Seufzer des Mauren

Auf den Spuren der Mauren von Andalusien nach Marokko

Leitmotiv unserer Reise bildet das muslimische Erbe Andalusiens, das in herrlichen Bauwerken wie der Alhambra und der Mezquita erhalten geblieben ist. Wir folgen den Spuren der Mauren, die im 15. Jahrhundert im Zuge der Reconquista von der Iberischen Halbinsel vertrieben wurden, und reisen über die Strasse von Gibraltar nach Marokko, wo sich viele Vertriebene niederliessen. Wir beschäftigen uns mit Geschichte, Politik, Musik, Literatur und Architektur sowie den Kontinuitäten und Brüchen ihrer Entwicklung. Von Sevilla über Córdoba bis Granada begegnen wir den bedeutendsten Zeugnissen des islamischen al-Andalus und dem Zusammenleben von Muslimen, Christen und Juden. In Tanger, Fès, Rabat, Marrakesch und Chefchaouen begegnen wir dem reichen kulturellen Erbe, das andalusische Flüchtlinge bewahrt und weiterentwickelt haben. So erschliesst sich uns der westliche Mittelmeerraum als seit Jahrhunderten eng verflochtener Kulturraum.

REISEPROGRAMM

1. Tag (Mo): Reise nach «al-Andalus»
Flug nach Málaga und Fahrt nach Sevilla, wo wir je nach Zeit erste Erkundungen, etwa an den Fluss oder zu modernen Sehenswürdigkeiten, vornehmen. 2 Übernachtungen in Sevilla.

2. Tag (Di): Das muslimische Erbe Sevillas
Der Tag ist dem muslimischen Erbe der Stadt gewidmet. Wir besuchen die ehemalige Moschee, die heute eine Kathedrale ist, mit dem zum Glockenturm transformierten Minarett. Im Alcázar, dem Palast der christlichen Könige, ist der Einfluss der islamischen Architektur in Form der sogenannten Mudéjar-Kunst unübersehbar.

3. Tag (Mi): Entlang dem Fluss Guadalquivir
Wir folgen dem Guadalquivir flussaufwärts nach Carmona, wo wir Zeugnissen westgotischer und muslimischer Präsenz, letztere in Form einer zur Kirche umfunktionierten Moschee sowie reizvollen Beispielen von Mudéjar-Kunst begegnen. Immer noch dem Guadalquivir folgend, kommen wir nach Córdoba. Vor dessen Toren besuchen wir die Ruinen der ehemaligen Palaststadt Madinat az-Zahra – ein Sinnbild für die Vergänglichkeit von Macht und Reichtum. 2 Nächte in Córdoba.

4. Tag (Do): Schmelztiegel der Kulturen
Córdoba war als Sitz der muslimischen Herrscher ein Schmelztiegel der Kulturen und zur Zeit des Umayyaden-Kalifats von Córdoba eine Weltstadt. Wir würdigen den kosmopolitischen Charakter dieser einstigen Metropole bei einem Besuch der Mezquita mit ihren unzähligen Hufeisenbögen, der Judería, dem ehemaligen jüdischen Viertel, des einstigen Palastbezirks und der Brücke aus der Römerzeit.

5. Tag (Fr): Letztes Zentrum islamischer Herrschaft in Spanien
Das Ziel unserer Weiterreise ist die Sierra Nevada. In Granada, dem letzten Zentrum islamischer Herrschaft Andalusiens, erkunden wir erst die Gassen des Marktes aus muslimischer Zeit. 2 Übernachtungen in Granada.

6. Tag (Sa): Der Seufzer des Mauren
Ein ausführlicher Besuch ist der Alhambra mit ihren herrlichen Räumen, Höfen, poetischen Inschriften und Gärten mit Wasserspielen gewidmet – ein wahres Gesamtkunstwerk! Granada war die letzte Hochburg der Mauren. Von der Reconquista vertrieben, soll der letzte maurische Herrscher mit einem tiefen Seufzer auf die Alhambra zurückgeschaut haben. Nach unserem Besuch werden wir es ihm nachempfinden können!

7. Tag (So): Über die Strasse von Gibraltar
Von Granada fahren wir an die Strasse von Gibraltar, wo wir die Fähre nach Tanger besteigen. Spätestens jetzt können wir dem letzten maurischen Herrscher nachfühlen und verabschieden uns mit einem Seufzer von Europa. Wir folgen seinem Weg über die Meerenge von Gibraltar vom europäischen auf den afrikanischen Kontinent und tauchen in Tanger erstmals in eine belebte marokkanische Altstadt ein. 1 Übernachtung in Tanger.

8. Tag (Mo): Die Kasba von Tanger
Tanger ist Scharnier zwischen zwei Meeren und zwei Kontinenten. Seine Rolle als internationale Drehscheibe ist stets Grundlage für den materiellen und kulturellen Reichtum der Stadt gewesen. Wir lernen die an einer Bucht am Mittelmeer gelegene Altstadt mit der Kasba, ihren Märkten und der neu zugänglichen Synagoge kennen. Wir reisen ins Rif-Gebirge nach Chefchaouen, das auch als «Klein-Granada» bekannt und auch bei marokkanischen Touristen sehr beliebt ist. 1 Übernachtung in Chefchaouen.

9. Tag (Di): Die blaue Stadt im Rif-Gebirge
Den blau gestrichenen Fassaden verdankt Chefchaouen den Beinamen «blaue Stadt». Wir erkunden die verwinkelten Gassen mit ihren Handwerksbetrieben. Auch Kunst- und Kulturschaffende aus ganz Marokko zieht es hierher. Weiter geht es in den Pilgerort Moulay-Idriss mit seinem markanten Mausoleum und den grünen Pyramidendächern. Anschliessend entdecken wir die römische Ausgrabungsstätte Volubilis mit ihren prächtigen Mosaiken und dem Triumphbogen. Weiterfahrt nach Fès, der wichtigsten königlichen Residenzstadt Nordmarokkos. 2 Übernachtungen in Fès.

10. Tag (Mi): Neue Heimat der Andalusier
Die Gründung von Fès im ausgehenden 8. Jahrhundert hängt eng mit der Etablierung des Islam als herrschender Religion des Maghreb zusammen. Und auch in den nachfolgenden Jahrhunderten bewahrte die Stadt ihre Strahlkraft als Zentrum von Handel und Wandel, Herrschaft und Wissenschaft. Auch diese nordmarokkanische Stadt nahm viele vertriebene Andalusier auf und hat ihre Traditionen weiterentwickelt. Wir streifen durch die sozusagen vollständig erhaltene, von der UNESCO geschützte Altstadt, stets am Puls ihres bunten Lebens und ihrer vielfältigen Geschichte, und besuchen theologische Schulen, sogenannte Medersas, den Vorplatz des Königspalastes und das ehemalige jüdische Viertel.

11. Tag (Do): Von Königsstadt zu Königsstadt
Unser Weg führt erst nach Meknès, wo der Aufstieg der heute noch herrschenden Dynastie Marokkos seinen Anfang nahm. Prachtbauten zeugen von dieser bedeutenden Epoche. Am Nachmittag stossen wir dann in Rabat, seit der Protektoratszeit Hauptstadt Marokkos, auf den Atlantik. 1 Übernachtung in Rabat.

12. Tag (Fr): Rabat – Stadt der Almohaden
Es waren die Almohaden, die vom 12. bis 13. Jahrhundert Rabat als Hochseehafen und als militärische Operationsbasis grosszügig ausbauten. Quartiere, Tore und eine halbfertige Moschee aus jener Zeit legen sichtbar Zeugnis davon ab. Aber auch für die regierende Dynastie ist Rabat als heutige Hauptstadt wichtig – und als Grablege von Muhammad V., dem Herrscher aus der Dynastie, unter dem Marokko 1956 die Unabhängigkeit von französischer Protektoratsherrschaft erlangte. Wir besuchen das monumentale Tor der Kasba und den Hassan-Turm aus der Zeit der Almohaden. Anschliessend fahren wir mit dem Zug nach Marrakesch. 3 Übernachtungen in einem eleganten Stadtpalast, einem sogenannten Riad, in der Altstadt von Marrakesch.

13.–14. Tag (Sa–So): Vielfältiges Marrakesch
Marrakesch ist eine der geschichtsträchtigsten und kulturell bedeutsamsten Städte nicht nur Marokkos, sondern der ganzen islamischen Welt. Gegründet im 11. Jahrhundert als Residenz der Almoraviden, der Vorgänger der Almohaden, am Fusse des Hohen Atlas, erfüllte es in Politik sowie im wirtschaftlichen und kulturellen Austausch eine Brückenfunktion zwischen Wüste und Meer, subsaharischem Afrika und Europa. Zwei volle Tage sind den Sehenswürdigkeiten Marrakeschs gewidmet. Ausser der Stadtmauer mit ihren zahlreichen Toren, der Koutoubia-Moschee, Stätten religiöser Gelehrsamkeit, Palästen und Märkten der Altstadt besuchen wir in der auf französische Stadtplanung zurückgehenden Neustadt auch das Museum Yves Saint Laurent und spazieren durch seinen geliebten «Jardin Majorelle». Abends können wir in das bunte Treiben auf dem Platz Djemaa el Fna eintauchen und den Geschichtenerzählern lauschen.

15. Tag (Mo): Vom Hohen Atlas zu den Alpen
Im Laufe des Tages Fahrt zum Flughafen und Rückflug in die Schweiz.

Konzept und Leitung

Dr. Urs Gösken

Islamwissenschaft

Die islamische Welt ist ihm sowohl durch seine Tätigkeit in Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Islamwissenschaft als auch von langjährigen Studien- und Arbeitsaufenthalten, etwa für das IKRK, in der Region vertraut. Diese Expertise ermöglicht Ihnen Einblicke in das Innenleben der Region.

MEHR LESEN

Reisedatum

06.09.2027 bis 20.09.2027

Dauer

15 Tage

Preis

ab/bis Zürich

CHF 6680.–

Einzelzimmerzuschlag

CHF 1260.–

Mindest-Teilnehmerzahl

14, maximal 25

Leistungen

  • Flüge Zürich – Málaga / Marrakesch – Zürich
  • Bequemer Reisebus, Fährenüberfahrt und Zugfahrt
  • Eintritte und Führungen
  • Hotels der guten Mittelklasse
  • Halbpension
  • Klimaneutral durch CO2-Kompensation

Telefon

E-mail

In Zusammenarbeit mit