Alumni HSG-Reise: China - ins Reich der Mitte
Im Hochgeschwindigkeitszug zu Wurzeln und Blüten der chinesischen Zivilisation
Unser Reisegebiet zwischen Yangtse, Nanjing, der südlichen Hauptstadt, und Beijing, der nördlichen Hauptstadt, kann in mehrfacher Hinsicht als das Kernland Chinas gelten: Hier entstanden die ersten flussabhängigen Ackerbaugesellschaften. Die «Streitenden Reiche» sorgten für Unordnung und die Han-Dynastie wieder für Ordnung. Hier wirkte Meister Kong, weltweit bekannt als Konfuzius, dessen Lehre die Theorie und Praxis der Staatsführung bis heute ebenso prägt wie die Sozialethik. Kurz: Hier werden erstmals entscheidende materielle und immaterielle Aspekte der kulturellen und politischen Geschichte Chinas fassbar.
Unsere Reise folgt diesen historischen Linien von der globalen Metropole Shanghai über das traditionsreiche Nanjing und das konfuzianische Zentrum Qufu bis in die politische Gegenwart Beijings. Dabei begegnen wir Orten des kaiserlichen Glanzes und der kolonialen Erfahrung, der geistigen Tradition und der revolutionären Erneuerung. Tempel, Museen und Erinnerungsstätten eröffnen Einblicke in Fragen von Herrschaft, Nation-Building und kultureller Kontinuität, die China bis heute prägen.
So ist unsere Reise denn gewissermassen Grundlagenforschung, die uns hilft, auch Phänomene des modernen China von ihren Ursprüngen her zu verstehen.
REISEPROGRAMM
1. Tag (So): Abheben ins Reich der Mitte
Auch diese Reise beginnt, wie ein chinesisches Sprichwort sagt, mit einem ersten Schritt. In unserem Fall mit dem Abflug nach Shanghai, wo wir am Folgetag landen.
2. Tag (Mo): Shanghai – Weltstadt & Stadtwelt
Nach der Ankunft unternehmen wir einen kleinen Abendspaziergang, um uns in dieser Stadt der Superlative zu orientieren, bevor wir gemeinsam zu Abend essen. 2 Übernachtungen in Shanghai.
3. Tag (Di): Shanghai – kolonial & postkolonial
Wir schlendern durch die Französische Konzession, ein Viertel, das für elegante Architektur steht – und für Chinas «Jahrhundert der Demütigung» von Mitte des 19. Jh. bis 1949, als Kolonialmächte sich extraterritoriale Rechte und Gebiete sicherten. Als Gegensatz zur Kolonialgeschichte besuchen wir die Gedenkstätte der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas, deren Anspruch die Befreiung Chinas vom Kolonialismus war. Danach geniessen wir Ruhe im mingzeitlichen Yu-Garten und der Altstadt und tauchen im Jadebuddha-Tempel in spirituelle Atmosphäre ein.
4. Tag (Mi): Nanjing – Stadt der Staatsgründer
Fahrt im Schnellzug in die traditionsreiche Stadt Nanjing. Wir besuchen das Grab des Gründers der Ming-Dynastie (14. bis 17. Jh.) sowie das Mausoleum des ersten Präsidenten Sun Yat-sen – ein passender Ort, um die Herausforderungen des chinesischen Nation-Building zu thematisieren. Ein Besuch des lokalen Konfuzius-Tempels bietet einen Vorgeschmack auf weitere Begegnungen mit diesem epochalen Denker. 2 Übernachtungen in Nanjing.
5. Tag (Do): Nanjing – …und der Seefahrer
In Nanjing stand die Drachenfluss-Werft, wo in der Ming-Zeit die Schiffe für weitausgreifende Handels- und Entdeckungsfahrten gebaut wurden. Bei einem Besuch der Überreste machen wir uns auch über das sinozentrische Tributhandelssystem im Zusammenhang mit der «Neuen Seidenstrasse» Gedanken. Einen Bilderbogen der chinesischen Kulturgeschichte geniessen wir im Nanjing-Museum. Optional besuchen wir die Gedenkstätte an das Nanjing-Massaker von 1937.
6. Tag (Fr): Konfuzius – die Macht des Denkens
Zugfahrt nach Qufu, Geburtsstadt von Meister Kong, alias Konfuzius, der im 5. Jahrhundert v. Chr. zur Zeit der «Streitenden Reiche» lebte. Sein Denken prägte das Beamtenprüfungssystem und die chinesische Staatsphilosophie über 2000 Jahre. Besuch des Konfuzius-Tempels und des Anwesens seiner Familie. 3 Nächte in Qufu.
7. Tag (Sa): Konfuzius – das Denken der Macht
Im Konfuzius-Museum wird die Bedeutung des Konfuzianismus für China und seine Wirkungskraft für die entstehende Weltzivilisation deutlich. Eine Brücke führt von Meister Kong zum zentralen Konzept Xi Jinpings, verankert in Verfassung und Aussenpolitik. Weniger politisch geht es beim Besuch des Friedhofs der Familie Kong zu.
8. Tag (So): Qufu – Tag zur freien Verfügung
Der Tag steht zur freien Verfügung: Bummel durch die Altstadt, kleine Geschäfte oder Entspannung im Hotel – Gelegenheit, die besondere Atmosphäre Qufus in Ruhe zu geniessen.
9. Tag (Mo): «Die erste Quelle unter dem Himmel»
In Jinan besuchen wir die Baotu-Quelle, die in der klassischen Literatur oft gepriesen wird. Im Shandong-Museum wird die Siedlungs- und Kulturgeschichte Chinas anschaulich. Anschliessend Fahrt im Schnellzug nach Beijing. 6 Nächte in Beijing.
10. Tag (Di): Himmlisches und Verbotenes
Der Platz des Himmlischen Friedens – Tiananmen – gilt als der grösste Platz der Welt. Durch das «Tor des Himmlischen Friedens» betreten wir die Verbotene Stadt, ein Meisterwerk chinesischer Architektur aus dem 15. Jh. Empfangshallen, Innenhöfe und Privatgemächer der Kaiserfamilie beeindrucken ebenso wie der Himmelstempel.
11. Tag (Mi): Konfuzius’ langer Schatten
Besuch des Konfuzius-Tempels in Beijing und der Kaiserlichen Akademie, wo seine Lehre als Staatsdoktrin verbreitet wurde. Danach erkunden wir den tibetisch-buddhistischen Lama-Tempel und beschliessen den Tag im Sommerpalast.
12. Tag (Do): Chinesische Geschichtsschau
Im Chinesischen Nationalmuseum erhalten wir Einblick in die offizielle Darstellung der Landesgeschichte. Wer möchte, vertieft die Sammlung individuell; der Nachmittag steht für eigene Unternehmungen und Einkäufe zur Verfügung.
13. Tag (Fr): Krieg und Frieden in Beijing
Im Hauptstadtmuseum betrachten wir Beijings Geschichte als Hauptstadt und Weltstadt. An der Marco-Polo-Brücke erinnern wir uns an den Zwischenfall von 1937, der den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg auslöste. Das Widerstandsmuseum in Wanping thematisiert das kollektive Trauma dieser Zeit.
14. Tag (Sa): Bauten für die Ewigkeit
Ausflug zur Grossen Mauer. Anschliessend Besuch der Ming-Grabanlage Ding Ling, Ruhestätte des Kaisers Wanli aus dem 16./17. Jahrhundert, mit ihrer eindrucksvollen unterirdischen Anlage und Kunstsammlung.
15. Tag (So): Aus der Mitte an die Peripherie
Rückflug von Fernost in den Westen. Am Abend Landung in Zürich.
Konzept und Leitung
Prof. Dr. Patrick Ziltener
Soziologie, Ökonomie, Geschichte
In seiner Forschung untersucht er den Fernen Osten als Beispiel für aussereuropäische Globalisierung. Als Politikberater führte er die Verhandlungen über Freihandelsabkommen mit Staaten in Fernost und evaluiert diese für die Schweizer Aussenhandelsorganisation S-GE und das Sino-Swiss Competence Center der HSG.
MEHR LESENReisedatum
11.10.2026 bis 25.10.2026
Dauer
15 Tage
Preis
ab/bis Zürich
CHF 5950.–
Einzelzimmerzuschlag
CHF 790.–
Mindest-Teilnehmerzahl
12, maximal 22 Teilnehmende
Leistungen
- Flug Zürich – Shanghai / Beijing – Zürich
- Bequemer Bus, Zugfahrten gemäss Programm
- Alle Eintritte und Besichtigungen
- Gute Mittelklassehotels, Vollpension
- Klimaneutral durch CO2 Kompensation
In Zusammenarbeit mit