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Literarisches Russland

Literarisches Russland

Auf den Spuren grosser Schriftsteller in St. Petersburg, Moskau und Umgebung

Reiseprogramm

1. Tag (Mi): «Weisse Nächte» in St. Petersburg

Nach der Ankunft erste Impressionen mit Halt beim Reiterdenkmal Peters d. Grossen, dem Puschkin sein Poem «Der eherne Reiter» gewidmet hat. 4 Übernachtungen im 4*- Hotel Angleterre auf dem Isaaksplatz im Zentrum der Stadt.

2. Tag (Do): Alexander Puschkin und Nikolaj Gogol

Sankt Petersburg gilt als Russlands Fenster zum Westen. Die historischen Fassaden dienen als «Bühnenbild» mancher Werke der russischen Klassiker und haben sich seit 200 Jahren kaum verändert. In der Kasaner Kathedrale erinnern wir uns an Gogols Erzählungen «Newski Prospekt» und «Die Nase». Wir fahren nach Tschernaja Retschka, wo Puschkin 1837 im Duell den Tod fand, und widmen uns seiner letzten Wohnung an der Mojka. Der Nachmittag ist der Eremitage, einem der grössten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, gewidmet.

3. Tag (Fr): «Requiem» und Puschkins Spuren

Die tragischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts, blutige Revolutionen, Kriege, Staatsterror und Hungerblockade im Zweiten Weltkrieg, haben ihren Niederschlag in literarischen Werken, aber auch im Schicksal der Literaturschaffenden gefunden. Die herausragende Figur dieser Epoche ist die Dichterin Anna Achmatowa, deren Wohnmuseum wir besuchen. Sie hat mit ihrem Poem «Requiem» dem Stalinterror ein Denkmal gesetzt. Dann erwartet uns eine Führung durch das Literaturmuseum des Puschkin-Hauses. Nach Möglichkeit findet ein Gespräch mit einem Literaten statt. Unser Bild des «literarischen» Sankt Petersburg wird durch eine Exkursion nach Zarskoje Selo ergänzt, wo wir die Sommerresidenz der russischen Zaren seit Katharina II (Bernsteinzimmer) und das von Puschkin besuchte Lyzeum besichtigen werden.

4. Tag (Sa): Verbrechen und Strafe

Heute besuchen wir die Orte, wo Dostojewski lebte und sein Roman «Schuld und Sühne» spielt. Stadtrundgang auf Dostojewskis Spuren und Besuch des Alexander-Newski-Klosters, wo u.a. die Grabdenkmäler von Dostojewski und Tschajkowski zu sehen sind. Im Russischen Museum werden wir anhand der Meisterwerke des 19. Jahrhunderts Parallelen zur gleichzeitigen Entwicklung der Literatur entdecken: Realismus und Impressionismus mit Ajwasowski, Schischkin, Repin, Levitan, Serov, Juon sowie die frühe sowjetische Avantgarde (Larionow, Gontscharow, Malewitsch, Dejneka u.a.). Einkaufsgelegenheit im «Gostiny Dvor», dem traditionellen Kaufhaus aus dem 18. Jahrhundert am Newski-Prospekt.

5. Tag (So): Bahnfahrt nach Moskau

Die 650 km lange Eisenbahnlinie von Sankt Petersburg nach Moskau wurde unter Zar Nikolaus I. 1851 in Betrieb genommen. Die Fahrt dauert heute gerade noch 4 Stunden. Der sozialkritische Dichter Nikolaj Nekrassow hat dem Bau dieser Linie und den vielen Todesopfern unter den Arbeitern ein Gedicht gewidmet («Die Eisenbahn», 1864). Nach dem Mittagessen in Moskau geht es per Bus nach Kaluga, das heute durch die Herstellung westlicher PKW-Marken in Regie (VW u.a.) bekannt ist.

6. Tag (Mo): Schriftsteller und Starzen; Tolstojs «Jasnaja Poljana»

In der Region von Kaluga liegt das Kloster Optina, im 19. Jahrhundert ein spirituelles Zentrum für viele Intellektuelle und Schriftsteller. Gogol, Dostojewski und andere suchten hier bei den Mönchen Rat. Der Starez (geistlicher Vater) Amvrosij wurde zum Vorbild des Starzen Sossima in den «Brüdern Karamasow». Führung mit Schwerpunkt Starzentum und russische Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Weiterfahrt nach Jasnaja Poljana, dem Landgut inmitten der unberührten russischen Landschaft, wo Lev Tolstoj geboren wurde und die meiste Zeit seines Lebens verbrachte.

7. Tag (Di): Tolstoj und Tschechow auf dem Land

Lev Tolstoj und Anton Tschechow lebten beide abwechselnd auf ihrem Landgut und in Moskau. Der Besuch dieser authentischen Wohnstätten vermittelt uns einen Eindruck vom Landleben und von den grosszügigen Weiten der russischen Natur. Am Vormittag werden wir durch Jasnaja Poljana, Tolstojs Landgut, geführt und sehen sein Grab. Weiterfahrt nach Melichowo (120 km), wo Anton Tschechow schrieb und als Landarzt arbeitete. 4 Übernachtungen im geschichtsträchtigen Hotel Metropol gegenüber dem Bolschoj-Theater.

8. Tag (Mi): Im revolutionären Moskau: Majakowski und Bulgakov

Die 1920er Jahre in der neuen Hauptstadt der Sowjetunion waren eine Zeit des radikalen politischen und sozialen Umbruchs. Dieser hat sich äusserlich auch in der Architektur niedergeschlagen: historische Bauten, ja ganze Quartiere mussten neuen Prachtstrassen und -bauten weichen. Der kommunistische Dichter Majakowski widerspiegelt mit seiner futuristischen Sprache diese widersprüchliche Periode der Zerstörung und des Aufbaus, der Befreiung des Wortes und dessen Knechtung. Seine letzte Wohnung wurde in ein konstruktivistisches Museum umgewandelt. Michail Bulgakov dagegen darbte als Vertreter der «alten Bourgeoisie» und litt unter der Zensur. Wir besuchen die Handlungsorte seines Romans Meister und Margarita am Boulevard-Ring: Stadtrundfahrt mit Schwerpunkt Architektur der 1920er Jahre und Besuch des Majakowski-Museums. Am Abend fakultativ Konzert oder Oper, je nach Wunsch und Möglichkeit.

9. Tag (Do): Zwei unbequeme Nobelpreisträger: Pasternak und Solschenizyn

Diese beiden Schriftsteller illustrieren den Widerstand des freien Wortes gegen die staatliche Kontrolle. Pasternak wurde durch den Roman der Revolutionsjahre «Doktor Zhiwago» 1956 weltberühmt, Solschenizyn 1961 durch seine Lagernovelle «Ein Tag im Leben von Iwan Denissowitsch». «Der Archipel Gulag», eine umfassende literarische Untersuchung des kommunistischen Unterdrückungssystems, hat diesem seinen Namen gegeben. Beide Hauptwerke konnten erst im Zuge der Perestrojka in Russland erscheinen. Wir besuchen das Museum der Geschichte des Gulag und die Datscha von Pasternak im farbenreichen «Schriftstellerdorf» Peredelkino ausserhalb Moskaus, wo sich auch das Grab Pasternaks befindet. Zurück in Moskau Besuch des Klosters Nowodjewitschi und des angrenzenden Prominentenfriedhofs. Am Abend fakultativer Besuch der Tretjakow-Galerie, geöffnet bis 21 Uhr.

10. Tag (Fr): Der Bücherschatz der «Leninka» und der Kreml

Die russische Staatsbibliothek, nach alter Fasson «Léninka» genannt, wurde in den 1930er Jahren im monumental-konstruktivistischen Stil direkt gegenüber dem Kreml erbaut. Auf der Führung erhalten wir Einblick in die vielfältige Tätigkeit dieser grössten Bibliothek Russlands. Anschliessend geht’s zum Roten Platz und zum obligaten Kremlbesuch. Zum Abschluss versuchen wir, auch in Moskau ein Gespräch mit einem/r Literaturschaffenden über aktuelle Fragen der Literaturszene zu führen.

11. Tag (Sa): Abschied von Russland

Morgens Zeit für Einkäufe oder weitere Besichtigungen und Museumsbesuche in Eigenregie. Fahrt zum Flughafen und Rückflug nach Zürich, wo wir am späteren Nachmittag ankommen.

Die schönste Art, die Seele Russlands kennenzulernen, vermitteln uns die bedeutenden Autoren der russischen Klassiker. Ihre Wirkungsorte, Wohnmuseen und die Schauplätze ihrer Werke sind uns Leitfaden für eine spannende Reise in die beiden Hauptstädte, ergänzt durch Ausflüge aufs Land. Gleichzeitig erhalten wir einen Einblick in den hohen Stellenwert der Literatur in Russland. Es sind auch Begegnungen mit zeitgenössischen Literaturschaffenden vorgesehen. St. Petersburg glänzt zu dieser Jahreszeit im einmaligen Licht der «Weissen Nächte».

11 Reisetage

23.06. - 03.07.2021 (Mittwoch bis Samstag)

richtPreise

ab / bis Zürich

Einzelzimmerzuschlag

Visum inkl. Einholung

Mindest-Teilnehmerzahl: 14, maximal 20

Fr.

Fr.

Fr.

4990.–

990.–

120.–

Leistungen

  • Flug Zürich – St. Petersburg / Moskau – Zürich
  • Fahrten in Bus und Zug, alle Eintritte
  • Erstklasshotels, 2 Nächte in Mittelklasshotels
  • täglich Frühstück, 14 Hauptmahlzeiten
  • Klimaneutral durch CO2-Kompensation

konzept & leitung:

Dr. Phil. Lorenzo Amberg

Ihr Reiseleiter ist in Bern aufgewachsen, Abschluss lic. ès Lettres an der Universität Genf und Promotion in slawischer Philologie an der Universität Zürich. Nach seinem Eintritt ins EDA wurde er in Belgrad, New Delhi, Moskau, Tiflis und Athen eingesetzt. Er wird auf der Reise verschiedene Vorträge zu Literatur, Brennpunkten der Politik und Geschichte Russlands halten.

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